Wie man Agilität erfolgreich umsetzt

von September 20, 2017

Was Agilität und Reaktionsfreudigkeit anbelangt, können sich Unternehmen von Developer-Teams noch etwas abschauen.

Nichts ist beständiger als der Wandel – und der wird immer schneller. Wer heute noch mithalten will, muss wissen, wo die Reise hingeht. Aber er muss auch wissen, wie er mithalten kann. Die IT bietet hierfür nicht nur Tools, sondern lebt auch Agilität.

Verkürzte Arbeitsprozesse, schnellere Innovationen und mehr Umsatz: Das alles klingt erfolgsversprechend. Agile Prozesse sind nicht mehr nur ein „Nice to have“, sondern überlebensnotwendig. Doch auf dem Weg zu einem agilen Unternehmen warten einige Herausforderungen, denn Agilität ist mehr als das Implementieren einer Technologie.

Agilität ist nicht nur eine Frage der Technologie

Die Fähigkeit von Unternehmen, sich und seine Prozesse möglichst rasch zu verändern, gilt als der Schlüssel zum Erfolg. Nur wer Potenziale erkennt und nutzt, bevor es ein anderer tut, kann sich in dynamischen Märkten halten und auch anspruchsvolle Kunden zufriedenstellen.

Agilität wird zum Erfolgskriterium. Aber was ist Agilität wirklich? Viele Unternehmen setzen Agilität gleich mit Technologien, die Prozesse verkürzen und vereinfachen sollen. Das ist zwar eine Komponente, doch der Ansatz reicht wesentlich tiefer ins Unternehmen – in die Organisation und die Prozesse.

Hohe Reaktionsfähigkeit heißt verteilte Verantwortung, sich selbst organisierende Einheiten mit kurzen Wegen. Ein radikaler Kulturwandel von hierarchisch zu agil ist allerdings schwierig. Es ist eher gangbar, zunächst einzelne Bereich offener zu gestalten: Wo passen die entsprechenden Prinzipien am ehesten, wo können agile Problemlösungsansätze am schnellsten zu positiven Ergebnissen führen? Diese partielle Transformation führt jedoch häufig zu Konfliktpotenzial im Unternehmen: Agilere Unternehmensbereiche müssen mit den traditionellen Abteilungen ohne große Effizienzverluste produktiv kooperieren.

Dimensionen von Agilität

Agilität hat zum Ziel, Situationen schnell zu erfassen, innovative Produkte schnell zu entwickeln und auf Veränderungen reagieren zu können. Wie aber bekommt man Agilität in die Wertschöpfungskette? Es gibt drei grundsätzliche Dimensionen, an denen man ansetzen könnte:

  • Agilität bei den Produkten – also schnellere Neuerungen im Produkt, häufige Updates und Anpassungen. Ein so verkürzter Innnovationszyklus erlaubt es, schneller auf Kundenwünsche zu reagieren und Umsätze früher zu realisieren.
  • Agilität im Angebot. Das geht weit über einzelne Produkte hinaus, denn nur wenn man weiß, wohin der Markt geht, kann man im frühzeitig geben, was er will. Hier braucht man punktgenaue Analysen und passende Prognosen – aber auch Mut.
  • Agilität im Unternehmen – also eine Flexibilität bei Mitarbeitern und Prozessen, die es erlaubt, immer wieder neues umzusetzen, sich selbst neu zu erfinden.

Soweit die Theorie. Doch wie kommt man dahin?

Developer-Teams leben agile Strukturen vor

Natürlich spielt IT eine wichtige Rolle – als Fundament, Enabler und Kick-Starter für Prozesse. Ohne automatisierte Prozesse können hohe Agilität, enorme Geschwindigkeit und bestmögliche Qualität nicht miteinander in Einklang gebracht werden.

Aber reden wir von Strukturen: Oft leben Entwickler-Teams vor, wie Agilität zu besseren und schnelleren Ergebnissen führt. In kleinen Teams werden Ideen umgesetzt, Features geschaffen, Probleme behoben und Qualität getestet. Spontane Kommunikation, kurze Wege und vor allem Freiheit sind das Schmiermittel für funktionierende Entwickler-Teams. Ganz oben aber stehen klar definierte Ziele.

Besser wird das Ergebnis noch, wenn auch der IT-Betrieb in die Entwicklung einbezogen wird – denn schließlich sind es diese IT-Leute, die die App und die Architektur dahinter am Laufen halten. Und das Highlight ist dann die Orientierung am Anwender. User dürfen laufend Feedback geben zu dem, was sie brauchen, was sie von der bisherigen Applikation halten und wie man sie weiter verbessern kann. Sie werden im „DevOps“-Konzept zum Mittelpunkt des Entwicklungsprozesses. Denn letztlich entscheidet ihre Akzeptanz über den Erfolg einer Applikation.

Übertragbare Grundprinzipien – was Unternehmen von Developer-Teams lernen können

Es gibt also einiges, was man von den IT-Teams lernen kann:

  1. Das Ziel steht im Vordergrund – aber es kann sich ändern. Alles wird am Ziel ausgerichtet – der Ressourceneinsatz, die Energie und Kreativität.
  2. Der Mensch ist der kritische Faktor – denn letztlich muss er mit den Programmen arbeiten. Nichts geht also ohne die Mitwirkung aller Beteiligten.
  3. Kleine Schritte machen erfolgreich. Entwicklung und Umsetzung erfolgen peu à peu. So kann man schnell reagieren und es ist nicht viel Arbeit verloren, wenn man in der Sackgasse gelandet ist.
  4. Keep it simple! In der Entwicklung wird alles getan, Komplexität zu reduzieren und die Flexibilität zu erhöhen.
  5. Es gibt Hilfsmittel, die einen weiterbringen. Organisatorische Ansätze wie Design Thinking oder Scrum helfen, die Kommunikation zu verbessern und Ziele eindeutig und doch flexibel zu definieren.

Wirklich agile Unternehmen schaffen es, Veränderungen sowohl in ihrer Strategie, als auch in ihrer Kultur aufzugreifen. Unternehmen müssen nicht agil handeln; sie müssen agil sein.