Berichterstattung 4.0: Mittendrin statt nur dabei

von März 7, 2018

Sportliche Großereignisse faszinieren. Aber geht es dabei nur um die sportliche Leistung? Meist bleiben doch vor allem die Siegesfeiern, spannende Finishs oder Skandale im Hinterkopf und weniger die einzelnen Ergebnisse. Es geht um das Mitfiebern und Miterleben großer Emotionen. Und das auch Zuschauern zu ermöglichen, die nicht live vor Ort sein können, ist das oberste Ziel der Sportberichterstattung – neue digitale Möglichkeiten helfen dabei. Wie das konkret aussehen kann, zeigt Eurosport mit einem Second-Screen-Erlebnis.

Sportübertragung beschränkt sich inzwischen nicht mehr nur auf Fernsehen und die Präsentation von Analysen. Apps und Websites, über die Zuschauer den Sportlern näher kommen können, werden durch API Management und App Experience Analytics möglich. Beides zusammen bildet die Grundlage für das Second-Screen-Erlebnis von Eurosport.

Warum braucht Sportberichterstattung API Management?

„Einfach nur fernsehen“ war gestern – eingefleischte Sportfans wollen mehr: Näher am Geschehen sein, in Echtzeit informiert werden, ad hoc auf Analysen zugreifen und sich den Profis an die Fersen heften. Um diesen Ansprüchen gerecht werden zu können, müssen Anbieter wie Eurosport digital sehr gut aufgestellt sein. Nur so sind sie in der Lage, verschiedenste Daten zu nutzen, zu sammeln, auszuwerten, aufzubereiten, zu verbinden und kanalangepasst zur Verfügung zu stellen. Was unbemerkt im Hintergrund der Berichterstattung passiert, um Zuschauern beste Erlebnisse zu bieten, ist komplex und ohne moderne Software-Lösungen nicht zu realisieren – API Management und App Experience Analytics sind zwei davon.

APIs sind Application Programming Interfaces, durch die unterschiedliche Anwendungen miteinander kommunizieren können. Da sich APIs wie ein Nervensystem durch digitale Unternehmen ziehen, ist eine effektive Verwaltung der Schnittstellen notwendig, um nicht den Überblick zu verlieren und APIs effizient weiterzuentwickeln. APIs ermöglichen es, unterschiedliche Anwendungen schnell miteinander zu verknüpfen und dadurch die User Experience zu verbessern.

Jedoch zeigt sich der wahre Mehrwert von APIs erst durch ein effektives API Management. Neben einer verbesserten User Experience ermöglicht eine API-Management-Lösung Entwicklern den Blick auf den gesamten Lebenszyklus der APIs und erleichtert die Entwicklung ebenso wie die Optimierung, Veröffentlichung und Nutzung fremder APIs. Zudem sorgen API-Management-Lösungen für die Sicherheit der Schnittstellen, die ungeschützt bequeme Einfallstore für Cyberkriminelle sind.

Best Practice: Eurosport als Erfolgsbeispiel

Eurosport setzt auf APIs, um Radrennen nicht nur im Fernsehen, sondern auch über eine App erlebbar zu machen. Im Sommer 2017 launchte Eurosport zusammen mit CA Technologies das Second-Screen-Angebot für Radsportfans. Die in einer App visualisierten Echtzeitdaten über das Renngeschehen und die einzelnen Fahrer bringen die Zuschauer näher an die Sportler heran als jemals zuvor. Hinter der Bereitstellung der Live-Map und Fahrerdaten steckt allerdings ein komplexer Prozess, da Daten aus verschiedenen Quellen zusammengeführt werden müssen.

Genau hier setzen APIs an: Mit ihnen lassen sich Kartendaten einer Radetappe direkt mit den persönlichen Fitnessdaten der Profis verknüpfen. Nutzer der Eurosport-App sehen so nicht nur das Höhenprofil der Karte, sondern auch, mit welcher Trittfrequenz und welchem Puls der Radfahrer den Berg erklimmt. Eine weitere Schnittstelle bindet die GPS-Koordinaten in die Live-Karte ein und eine andere schafft eine Brücke, damit Grafiken direkt in die TV-Berichterstattung eingespielt werden können.

Der Giro d’Italia 2017 war die erste Veranstaltung, bei der Zuschauer von dem verbesserten App-Erlebnis profitieren konnten. Durchschnittlich 1,3 Millionen Zuschauer verfolgten die Live-Übertragung des Events und damit 21 Prozent mehr im Vergleich zu 2016. In der Schlussphase waren 4,8 Millionen Zuschauer mit von der Partie. Auch die Tour de France war ein großer Erfolg: Die durchschnittliche Zuschauerzahl in ganz Europa stieg im Vergleich zu 2016 um 10 Prozent. Insgesamt sendete Eurosport 40 Prozent mehr Live-Übertragungsstunden beim iro d’Italia und 28 Prozent mehr von der Tour de France – was im Umkehrschluss bedeutet, dass mehr Radsportfans die Übertragung länger verfolgten.

Eurosport war in der Vergangenheit eine Übertragungsanstalt von Sportveranstaltungen und ist heute eine moderne Software Factory geworden – ein Unternehmen im digitalen Wandlungsprozess, das die Zuschauer in den Mittelpunkte stellt und die Chancen der Digitalisierung für die Aufwertung der Berichterstattung erkennt und nutzt. Sportfans profitieren von der reicheren Berichterstattung samt Analysen, Fitnessinformation der Profis und interaktiven Karten – und sind so mehr als live dabei.