Innovation muss auch umgesetzt werden – mit dem Konzept der Modern Software Factory

by November 15, 2017

CA Technologies‘ CEO Mike Gregoire spricht in seiner Keynote Speech auf der CA World 2017 in Las Vegas über den notwendigen Wandel von Unternehmen und Organisationen zur Modern Software Factory.

Unternehmen, die im schnelllebigen, digitalen Zeitalter nicht nur Schritt halten, sondern immer einen voraus sein wollen, steht ein grundlegender Wandel bevor: Zum einen müssen sie Software zum Herzstück ihres Unternehmens machen und die richtigen Tools einsetzen. Zum anderen muss ein Wandel der Strukturen mit einem Mentalitätswandel einhergehen – weg von Konventionen und hin zu Innovationen.

Mike Gregoire, CEO von CA Technologies, sprach in seiner Eröffnungsrede auf der CA World 2017 in Las Vegas heute darüber, wie dieser Wandel gelingt, warum eine Modern Software Factory der perfekte Ort für Innovationen ist und wie wichtig es für Entscheider ist, Mut zum Risiko zu beweisen: „Nur wer Risiken eingeht, kann im eigenen Unternehmen etwas voranbringen. Neue, innovative Ideen mögen für viele erst einmal riskant klingen. Dabei liegt das größte Risiko für Unternehmen genau darin, diese nicht umzusetzen.“

Operative Effizienz allein genügt nicht

Egal, wie groß ein Unternehmen ist und welchen Marktanteil es besitzt – für Mike Gregoire bemisst sich dessen Erfolg immer an der Risikofreudigkeit und der Bereitschaft der Entscheider, auf den Zug neuer Trends aufzuspringen und kontinuierlich Innovation zu schaffen.

Entscheidend sei dabei immer, dass der Erfindergeist nicht für sich allein steht und neue Ideen nicht lose im Raum schweben. Innovativ können Unternehmen laut Gregoire nur sein, wenn auf Kreativität und Inspiration deren konkrete Umsetzung folgt.

Operative Effizienz, die viele Unternehmen heute schon erfolgreich umgesetzt haben, ebne dabei zwar entscheidend den Weg und schaffe Raum für kreative Gedanken. Doch das allein reiche noch nicht aus, um den Unternehmenserfolg auf lange Sicht zu garantieren.

Gregoire räumt ein, dass auch immer das Risiko für Unternehmen bestünde, zu scheitern. Die missglückte Umsetzung innovativer Ideen bedeute für erfolgreiche Unternehmer laut Gregoire dabei aber weniger eine Niederlage, als vielmehr die Chance, aus Fehlern zu lernen – und die Fähigkeit, ihre Ideen in Zukunft noch gekonnter umzusetzen.

Mike Gregoire bezieht sich in seiner Beobachtung auf den Historiker Bernard Lewis, der zwei verschiedene Verhaltensweisen von Menschen in Krisensituationen unterscheidet. Erfolgreich seien laut Lewis diejenigen, die sich nach gescheiterten Projekten die Frage stellen: „Was haben wir falsch gemacht?“, was zwangsläufig mit der Frage einhergeht: „Wie können wir es richtig machen?“ Alle anderen reagierten in diesem Kontext mit der Frage: „Wer war dafür verantwortlich?“ 

Wie der Wandel zur Modern Software Factory gelingt

„Kreativität drückt sich heute in Software aus“, so Gregoire. „Software ist das kreative Medium unserer Zeit und hat die Welt verändert – ebenso verändern gesellschaftliche Entwicklungen kontinuierlich die Ansprüche an Software. Eudora und Netscape als E-Mail-Anbieter bzw. Browser galten seinerzeit als revolutionär und sind heute längst überholt. Unternehmen müssen heute in der Lage sein, sich immer wieder neu zu erfinden und auf die Anforderungen des Marktes auszurichten. Nur so können sie für den Kunden und für sich selbst einen Mehrwert schaffen.“

Der Markt ist für Unternehmen im digitalen Zeitalter zum harten Pflaster geworden – für Unternehmensentscheider wird es zusehends schwer, Antworten auf die Fragen nach dem Wann und Wie des eigenen Wandels zu finden.

Gregoire gibt ihnen Ratschläge mit auf den Weg: „Entscheider brauchen eine Vision und müssen ihr eigenes Unternehmen gut kennen, bevor sie es transformieren. Sie müssen ihr Bauchgefühl zu deuten lernen und genau unterscheiden können, wann sie ihm folgen sollen – und wann sie sich besser zurückhalten sollten. Sie sollten Konventionen beiseitelegen und den Wandel zielstrebig, durchdacht und selbstbewusst vollziehen, wenn der Zeitpunkt gekommen ist.“

Wenn Gregoire von Wandel spricht, dann meint er damit einen Wandel hin zur Modern Software Factory, in der agil, automatisiert und sicher gearbeitet wird und Data Analytics den nötigen Einblick für eine bessere User Experience liefert. Nur so seien Unternehmen flexibel genug, um auf die rasanten, digitalen Veränderungen zu reagieren und Kundenwünschen zu entsprechen. „Das Konzept der Modern Software Factory ist für Unternehmen die Voraussetzung dafür, dass sie wettbewerbsfähig bleiben“, so Gregoire.

Erfolgsbeispiele für Modern Software Factories

Daten haben im Zuge der digitalen Transformation und des Wandels zur Modern Software Factory einen größeren Stellenwert als je zuvor. Richtig ausgewertet und interpretiert können sie für Unternehmen als eine Art Roadmap auf dem Weg zu mehr Kundenzufriedenheit dienen.

„Wir müssen ein klares Verständnis davon haben, wo Daten herkommen, was sie aussagen und wie wir einen Mehrwert aus ihnen schöpfen können“, so Gregoire. Der Fokus liegt dabei immer auf der Frage: Was kann ich tun, damit Kunden, Patienten oder Bürger zufriedener werden?

Mit Optum liefert Mike Gregoire ein prominentes Beispiel aus dem Gesundheitswesen: Das Healthcare-IT-Unternehmen bereitet Daten so auf, dass Ärzte und Krankenhäuser aus ihnen Erkenntnisse für das Wohl der eigenen Patienten ziehen können. Das Ergebnis der Datenanalysen: Mehr Geschwindigkeit und Präzision bei der Bestimmung von Krankheiten, eine vollumfängliche Gesundheitsversorgung und die Einsparung von Kosten – sowohl auf Seiten der Ärzte, als auch der Patienten.

Auch der öffentliche Sektor profitiert von der Nutzung seiner Daten: In Singapur zum Beispiel habe laut Gregoire die Analyse eines riesigen, polizeilichen Datenpools zur Entwicklung einer neuen App geführt. Bislang gingen bei den 85 Polizeibehörden täglich Beschwerdeanrufe ein, die Probleme wie Lärmbelästigung durch Bauarbeiten, Wasserschäden oder Gefahrstellen an Kreuzungen zum Anlass hatten. Die Aufzeichnung und Übermittlung dieser Daten nahm mit der Zeit Ausmaße an, die sich zentral nicht mehr überblicken ließen und viel Zeit beanspruchten. Der neue CIO der Infocomm-Behörde von Singapur nahm sich diesem Problem an: Er ließ eine auf APIs basierende App entwickeln, mit der sich die 5,7 Millionen Einwohner von Singapur bei Problemen direkt an die zuständigen Abteilungen wenden können.

Dies sind zwei Erfolgsgeschichten, die den Beteiligten Mut für Neues und einen Sinn für Innovation abverlangt haben – und ohne den Wandel von Unternehmen bzw. Institutionen zur Modern Software Factory nicht möglich gewesen wären.